22.03.2018

Rothaus Mudiator feat. Allgäuman

Rothaus Mudiator feat. Allgäuman in Füssen – der Hindernislauf im Forggensee im Schatten von Schloss Neuschwanstein

Überzeugt von Freunden aus der Muddy-Fox Gruppe hatte ich mir vorgenommen diesen Hindernislauf mal gemeinsam zu rocken … nur die Wetteraussichten waren furchterregend. Schnee, Nässe und eisige Kälte waren vorhergesagt, das hat mich an dem Vorhaben schon etwas zweifeln lassen.

Es kam anders, zum Start schien die Sonne bei rund 7 Grad, ideale Bedingungen die Schlammwüste im abgelassenen Forggensee in Angriff zu nehmen. Die schneebedeckten  Alpen  mit dem Schloss Neuschwanstein im Hintergrund ging es los mit robben im Schlamm, Geröllhalden und tiefe Wasserlöcher im See die zu durchqueren oder überspringen zu waren. Hindernisse wahlweise mit Wänden zu überklettern, mit Röhren zum durchrobben, aber der Hammer kam dann im eiskalten Lech. Erst einen Seitenarm durchwaten, dann den 0 Grad kalten Fluss zum durchschwimmen. Man kommt mit den durchweichten Klamotten kaum vom Fleck und das eisige Wasser lässt das Herz bis zum Anschlag schlagen. Panik macht sich bei den Teilnehmern breit und man ist froh wenn einen dann jemand aus dem Wasser wieder raus zieht.

Im Schlossgarten ging es Böschungen im Gras und Lehm hoch, aufgeweicht kann man sich kaum halten, und oben wartet jemand der einem einen Laufballon zum aufblasen gibt, mit dem es sich durch Parkbänke zu winden gilt. Kling easy, ist herzlich hart, weil man nach dem Wasser und den Anstieg kaum noch Luft aber dafür eisige Finger hat.

Es wartet eine Rutsche mit Schmierseife präpariert einen Steilhang hinunter und gleich wieder hoch um durch Autoreifen zu klettern. Danach ab in die Stadt, schwere LKW Reifen ziehen, eine Halfpipe hoch, durch Löcher rauf und runter krabbeln und wieder auf die Laufstrecke … und btw. das Laufen war das einfachste, war die Zeit für Erholung.

Ein bisschen Baumstämme schleppen, Sandsäcke durch den Forggensee tragen, eine Leiter in einem aufgebauten Turm-Hindernis hoch und nochmal steil runter rutschen, dem Ziel entgegen. Und da ich die Hercules-Strecke gewählt hatte, ging es dann auf die zweite Runde. Das ganze nochmal, bei jetzt aufkommenden eisigen Wind, das Wetter macht sich bemerkbar und langsam klettert die Kälte dann doch in die ermüdeten Beine. Ach ja, schafft man ein Hindernis nicht, darf man zur Strafe Liegestütz oder Burpees machen. Auch schön.

Die nackten Fakten, Zeit von 2:56:35, Platz 174 von 240 männlichen Teilnehmern. Netto Laufzeit von 2:23:32 bei 18 km auf meiner Uhr, die Zeit dazwischen war der Kampf an den Hindernissen.

Aber bei solchen Läufen geht es nicht um die Zeit, zumindest bei mir nicht, sondern um das Erlebnis und Spirit gemeinsam mit anderen, mit Freunden und auch Teilnehmern die man auf der Strecke trifft, sich zu helfen, sich zu motivieren, sich anzufeuern und zusammen die Hindernisse auf dem Parcours zu überwinden. Was man braucht ist Kraft, Ausdauer, Mut und ganz viel Motivation. Dann wird es wie bei mir ein einmaliges, tolles Erlebnis im Team und bestimmt nicht mein letzter Hindernislauf dieses Jahr.

Weitere Berichte, Bilder und Eindrücke von dem Lauf findet ihr bei der RunnersWorld  -->Opens external link in new windowLINK

 

 

 

Andreas Neumann