Erst Mitte Mai konnten wir mit den Planungen für unser Sport-Wochenende wirklich beginnen. Die Inzidenzen sanken, die Beschränkungen wurden nach und nach aufgehoben und das Hotel durfte eine Woche vor unserem geplanten Wochenende öffnen. Was für eine glückliche Fügung nach all diesen Ein- und Beschränkungen! Also, auf nach Bischofsgrün!
Den Ochsenkopf im „Fichtel“ mit seinem 1024 m hohen Gipfel ist für etliche Ski-Club Langläufer und Skater vertrautes Heimatgebiet. Aber wie sieht es drum herum aus und wie im Sommer, ohne Schnee?

Am Donnerstag um 9 Uhr trafen sich einige schon zum obligatorischen Corona-Test. Danach ging es „negativ“ und mit privaten Pkw’s nach Bischofsgrün. Gegen Mittag trafen wir im Hotel Puchtlers ein und nach dem Check-in taten sich je nach Interessenlage unkompliziert die verschiedenen Gruppen zusammen.

MTB mit Guide, Bikepark

Am Freitag trafen sich fünf Jungs (davon vier Teenager) zum MTB Downhill. Dafür hatten wir kurzfristig, corona-bedingt waren keine langen Planungszeiten möglich, speziell einen regionalen Guide, den Boris vom Bull-Head House, organisiert.

Das Wetter war zu Beginn zwar nicht optimal, später kam jedoch richtig die Sonne heraus. Die „Anfahrt“ führte über die untere Ring-Loipe nach Fleckl zum Treffpunkt am Bullhead House. Nach einem Technik-Training zum Einstieg auf dem Parkplatz wurde per Lift der Ochsenkopf erklommen und der Bikepark mit Downhill- und Singletrailstrecken gerockt.

Nach 3 ½ Stunden und ohne größere Verletzungen hatte sich die Truppe eine Stärkung im Biergarten der Talstation verdient. Im Anschluss hatte jeder noch die Gelegenheit je nach Kondition die MTB-Strecken zu testen.

Abschließend ging es noch einmal hoch auf den Gipfel zum finalen Downhill nach Bischofsgrün.

Und das berichten weitere Teilnehmer:

Roland Keppler

MTB mit zwei bewährten Ski-Club Guides, Ernst Melchner und Richard Guttmann

Richard:
Donnerstag: Richtung Weissenstädter See über die Eger-Quelle, ca. 3 Stunden
Freitag: Richtung Ochsenkopf/Fichtelsee, über die südl. Bergrücken nach Weidenberg und auf dem nördl. Kamm wieder zurück, Tagestour

Ernst:
Donnerstag: Bischofsgrün und Umfeld, ca. 3 Stunden
Freitag: Waldstein und Großer Kohlberg, zurück über Weissenstadt, 1300 hm, Tagestour

Ich habe mich am Donnerstag Richard und am Freitag Ernst angeschlossen.

Die Landschaft ist herrlich, Wald und offene Fläche mit schönem Ausblick in guter Abwechslung. Dann immer wieder Highlights (Quellen: Eger, Sale, Weißer Main; freie Granitgipfel: Ochsenkopf, Waldstein, Nußhard und viele mehr) und zwischen dem Forstwegenetz viele herrliche Trails, oft gar nicht schwierig zu befahren. Außerhalb der Hauptsehenswürdigkeiten sind auch wenige Menschen anzutreffen.

Schmankerl: nach dem Großen Kohlberg zum Zitterstein, siehe Bild, den Ernst mit dem Hebel tatsächlich bewegt hat.

Fazit: herrliche Touren und das „Fichtel“ bietet noch viele Möglichkeiten.

Rainer Seuling

Eines der täglichen Angebote des Sportwochenende waren geführte MTB Touren von Richard. Los ging’s am Donnerstag mit einer „Spritztour“ auf einen Cappuccino an den Weißenstädter See. Obwohl sich das Ziel gleich hinter dem nächsten Bergrücken in weniger als 10 km befindet, entwarf Richard eine knapp 40 km lange mit fast 900 hm versehene abwechslungsreiche Streckenführung. Bei sportlichem Tempo wurde den Fahrern durch ständig wechselnden Untergrund, mal Trail, dann wieder Straße, die Bandbreite des Angebotes des Fichtelgebirges aufgezeigt.

Am Freitag ging es über den Ochsenkopf zur Bayreuther Hütte oberhalb von Mehlmeisel, vorbei an Weidenberg und über die Königshaide wieder zurück. Lange anhaltende Anstiege über mehrere hundert Höhenmeter und teilweise sehr anspruchsvolle Trails über Wurzeln und grobes Gestein wies die Teilnehmer in Grenzen. Auf über 60 km bei etwa 1200 hm zeigte das Fichtelgebirge was es zu bieten hat. Abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft in grün mit allen Nuancen, eindrucksvolles Panorama mit erstaunlicher Fernsicht und überraschende Temperaturschwankungen von 13° auf dem Ochsenkopf bis 31° in gleißender Sonne am Südhang. Hinauf zur Königsheide und mit einem Anstieg von 300 hm am Stück. Sportliche Höhepunkte der Tour waren sicher auch lange, rasante und abwechslungsreiche Abfahrten und für alle überraschend eine Furth, die zu durchqueren war und durchgehend für nasse Füße sorgte.

Für Samstag hatten sich alle Teilnehmer des Sportwochenendes auf der Kösseine zu Mittag verabredet. Für die MTB Fahrer hieß dies 55 km bei abermals 1200 Hm. Zunächst ging es direkt von Bischofsgrün auf den Schneeberg. Ein permanenter Anstieg der in zermürbender 14% Steigung auf lockerem Schotter gipfelte. Wieder bot sich ein beeindruckender Rundumblick. Bevor die Gruppe eine kilometerlange Abfahrt genießen konnte, musste noch ein unfahrbarer Wanderabstieg überwunden werden. Dann folgte ein langer Anstieg zur Kössine mit Mittagspause. Aufkommendes Gewitter zwang zu einem frühen Aufbruch. Dennoch holte das Unwetter die Gruppe mitten im Wald ein, die dadurch völlig durchnässt wurde. So schnell wie die Sonne verschwand kam, sie entlang des Naab-Radwegs wieder zum Vorschein und nach kurzer Zeit war die Kleidung wieder abgetrocknet. Nach kurzem Anstieg wurde der idyllisch gelegene Fichtelsee passiert und ab da war es nur noch eine entspannte Abfahrt zurück zum Hotel.

In Erinnerung bleiben drei sportlich anspruchsvolle Tage in zauberhafter Natur mit einer tollen Radgruppe.

Walter & Brigitte Wenisch, Wanderführer Kösseine

Von der Luisenburg auf die Kössein

Eine Wanderung mit zwei Gesichtern

Ein absolutes Highlight gleich zu Beginn der Wanderung bei schönstem Wetter: Sicher geleitet von blauen Pfeilen, führte der Weg durch das gigantische, Jahrmillionen alte Luisenburglabyrinth, Europas größtes Granitsteinmeer. Auf den Spuren von Königin Luise – daher der Name – und von Johann Wolfgang von Goethe mussten riesige Felsbrocken umgangen werden, enge Felsspalten, niedrige Passagen und Höhlen zwangen zum Durchzwängen, Felsschluchten wurden auf Steinstufen durchstiegen oder auf Eisengittern überquert, Aussichtspunkte luden zum Verschnaufen ein. Ein kurzweiliger und abenteuerlicher Weg mit immer neuen Überraschungen!

Nach dem Felsenlabyrinth wurde der Weg leichter und führte durch den Wald mit einem Abstecher zur Aussichtskanzel des Burgsteins. Nach einer weiteren Stunde war die Kösseine erreicht, 939 m hoch, ein unbewaldetes Feld mächtiger, übereinander getürmter Granitblöcke. Wer den massiven Aussichtsturm erklomm, konnte sich davon überzeugen, dass die Kösseine einer der beiden aussichtsreichsten Gipfel des Fichtelgebirges mit einem 360º-Rundblick ist.

Ein großer Dank an die Wirtin des Kösseine-Unterkunftshauses, die trotz der Corona-Beschränkungen für unsere Gruppe eine überdachte Aufenthaltsmöglichkeit im Nebengebäude geschaffen hatte. Hier konnten Hunger und Durst gestillt werden.

Während dieser Pause zogen dunkle Wolken auf. Regen setzte ein, der sich dann beim Abstieg sintflutartig verstärkte und die Steige im Nu in wahre Sturzbäche verwandelte. Dazu gesellten sich drohend Blitz und Donner. Abenteuerlich! Auf dem glatten Untergrund war höchste Vorsicht geboten und der Weg zurück durch das Labyrinth wäre zu gefährlich gewesen. So steuerten wir auf direktem Weg den Parkplatz an, wo wir völlig durchnässt in die Autos flüchteten.

Sonntag

Da das Wetter nicht mehr ganz so gut war und es ab Mittag regnen sollte, machten sich einige nach dem Frühstück auf den Heimweg.

Eine kleine Gruppe von acht Ski-Clublern wollte den Sonntag trotzdem noch etwas ausnutzen, brach zum Alpine Coaster (Sommerrodelbahn) auf und heizten einzeln und auch zusammen, weil mehr Gewicht und dadurch schneller :-), mehrfach die Bahn herunter. Auf der Maria Alm ließen sie anschließend bei Kaffee und Kuchen das Wochenende ausklingen. Leider begann es dann doch wieder heftig zu regnen. Also stürmten sie im Laufschritt den Berg hinunter, wobei aber einer einen filmreifen Stunt in den mit Wasser „gefluteten“ Weg hinlegte: einmal seitlich hinlegen, abrollen, aufstehen und: weiter rennen. Natürlich mit dem Nachteil, wieder komplett nass zu werden. Unten angekommen musste erst mal Luft geschnappt werden, vor lauter Lachen bekamen wir kaum mehr Luft.

Schön war’s !